From Die Geschichte des Flugplatz Gütersloh

Artikel: Starfighter im Dienst bei der Luftforsvaret

Starfighter im Dienst bei der Kongelige Norske Luftforsvaret

© 2004, 2014 Marcus Herbote

Archiv H. Franke 263 TF-104G 331Skv, Gütersloh (Juni 1976) Die Staffelstärke der 331Skv lag bis Mitte 1975 bei 16 F-104G und einem TF-104G. Danach kamen zwei Trainer des deutschen Kommandos in Luke/Arizona hinzu. Man beachte den typischen blauen Blitz der Staffel auf dem Tip-Tank.

Die Ankunft per Schiff

Als am 7. August 1963 das amerikanische Schiff USS Croatan im Hafen der nordnorwegischen Stadt Bodø anlegte, begann auch für die KNL das Mach-2-Zeitalter. 13 nagelneue F-104G Starfighter standen auf dem Deck des Schiffes und repräsentierten die moderne Militärluftfahrt wie kaum ein anderes Kampflugzeug in den frühen sechziger Jahren.

Ursprünglich wollten die Norweger zwei Staffeln mit diesem neuen Muster ausrüsten, entschieden sich jedoch stattdessen für eine größere Anzahl der in der Anschaffung günstigeren Northrop F-5 Freedom Fighter.

Nach der Ankunft im Hafen von Bodø wurden die Starfighter mit einem Kran an Land gebracht und schließlich unter großer Anteilnahme der Bevölkerung mit Schleppern durch die Straßen der Stadt zur Luftwaffenbasis gezogen. Während dieser Darbietung ruhte das öffentliche Leben nahezu völlig. Obwohl die norwegischen Starfighter zunächst als RF-104G ausgeliefert wurden, erhielten sie umgehend einen Umbau mit der General Electric M61 Vulcan Kanone und die neue Bezeichnung F-104G. Den ersten Flug unternahm ein US-Pilot mit der Maschine FN-N am 12. August 1963 von Bodø aus. Alle norwegischen Starfighter wurden in Natural Metal Finish ausgeliefert, dem typischen Anstrich der sechziger Jahre.

Einführung bei der 331.Skvadron

Die 331.Skvadron in Bodø war als Vorzeigestaffel der Luftwaffe ausgewählt worden, den Starfighter zu fliegen. Ihre F-86F Sabre gab die Einheit bereits im November 1962 ab. Da die ersten F-104 Norwegen aber erst im Sommer des folgenden Jahres erreichen sollten, flogen die Piloten in der Zwischenzeit auf den Sabres der 338.Skv. weiter.

In den fünfziger und sechziger Jahren lag die Staffelstärke einer norwegischen Kampfflugzeugstaffel immer bei ca. 25 Maschinen, mit der Einführung der F-104 reduzierte man diese Zahl auf 16 Einsitzer und zwei zweisitzige Trainer. Bis zu dem Zeitpunkt gab es auch in der KNL, wie in vielen anderen NATO-Luftwaffen auch, keine Kampftrainer. Das Training fand ausschließlich auf der T-33A T-Bird bei der 718.Skvadron statt.

Der Staffelkapitän der 331.Skvadron, Major Eyvind Schibbye, hatte bereits mit Captain Hove in Texas die Schulung auf dem Starfighter durchlaufen, alle anderen Piloten sollten direkt in Bodø umgeschult werden. Dabei wurden sie von dem Amerikaner Joe Nevers tatkräftig unterstützt.

Da noch keine Zweisitzer zur Verfügung standen, erfolgte die Umschulung der Piloten der 331.Skv. auf den einsitzigen Maschinen. Die beiden TF-104G erreichten Norwegen Anfang September per Lufttransport und waren bereits am 6. September einsatzbereit, um sofort in das Training integriert zu werden. Beide Versionen waren bis auf die bei der TF-104G fehlende Kanone annähernd identisch. Drei weitere F-104G erreichten die Staffel am 26.Oktober 1963 per Lufttransport.

© Erich Westersötebier 263 TF-104G und F-104G 240, 629 und 630 331Skv, Gütersloh (September 1975) Vermutlich nur ein einziges Mal konnte man eine derartige Flightline in Gütersloh beobachten. Alle vier Norweger, Gäste der 19Sqn mit ihren Lightnings, stehen bei bester Sonne in einer Reihe. Der Pilot der "240" checkt soeben die Maschine. Die Staffelstärke der 331Skvadron lag in dem Jahr nur noch bei 16 F-104G und einer TF-104G. Im Juni 1975 kam Verstärkung in Form von zwei Trainern, die von der deutschen Luftwaffe übergeben wurden.

Drei zusätzliche F-104G waren von Canadair in Montreal gebaute Maschinen und kamen im Juni 1965 und Februar 1966 zur 331.Skv. Sie flogen direkt von der dänischen Basis Aalborg nach Norwegen und waren zusammen mit dem ersten Baulos F-104G für die Danske Flyvevabnet dorthin geliefert worden.

Im Jahr 1964 kaufte die Luftvorsvaret für 10 Millionen Kronen einen Flugsimulator, jetzt konnten Notverfahren jederzeit realistisch und kostengünstig trainiert werden.

Ständiger "Missbrauch" der TF-104G

Die beiden TF-104G erfreuten sich in der Anfangszeit sehr großer Beliebtheit. Bei der norwegischen Luftwaffe gab es damals noch keine Beschränkungen in Bezug auf das Mitfliegen von Privatpersonen und so konnten sich die Starfighter-Piloten vor neuen „Freunden“ kaum retten. Jeder wollte einmal mit Überschall- geschwindigkeit reisen. Kurze Zeit später kam es dann aber zu umfangreichen Beschränkungen bei der Benutzung der beiden Trainer, sie durften dann ausschließlich nur noch für das Pilotentraining verwendet werden.

In den ersten Jahren operierte die 331.Skvadron ausschließlich als Bodenangriffs- verband, erst ab 1967 wurde die Luftverteidigung als Hauptauftrag übernommen. Anlässlich dieser Änderung flog die Staffel eine 12-Ship-Formation über die Stadt Bodø. Damit begann auch die Ära der zahlreichen Abfangjagdeinsätze, die durch das Einfliegen sowjetischer Aufklärer in norwegisches Territorium notwendig wurden. Die Bedeutung der norwegischen Starfighter-Piloten wuchs wegen der zahlreichen Fotos von sowjetischen Maschinen erheblich, diese Bilder fanden schließlich den Weg in die verschiedensten NATO- und Geheimdienstabteilungen.

Archiv H. Franke 629 F-104G 331Skv, Gütersloh (Juni 1976) Aus dem hohen Norden kam diese F-104G die Gütersloher Lightning-Staffeln besuchen. Normalerweise machten die norwegischen Starfighter auf dem Flug von Bodø nach Gütersloh eine Zwischenlandung in Aalborg. Obwohl die Einsitzer zunächst als RF-104G ausgeliefert wurden, erhielten sie die M61 Vulcan Kanone. Die Sidewinder wurden entweder unter den Tragflächen (wie bei den Belgiern) und wahlweise an Katamaranträgern unter dem Rumpf (wie die Dänen) getragen.

Die Alarmrotte

Die norwegische Alarmrotte stand in ständiger 15-Minuten-Bereitschaft, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über. Zwei weitere F-104G waren in 1-Stunden-Bereitschaft und wurden nach dem Start der Rotte automatisch in die 15-Minuten-Bereitschaft hochgestuft. Die QRA-Starfighter der 331.Skvadron waren fast immer in der Standard-Konfiguration ausgerüstet – zwei Tiptanks und zwei AIM-9B Sidewinder unter den Tragflächen bzw. am Katamaranträger. Für Unterschalleinsätze wurde ersteres bevorzugt, für Überschalleinsätze letzteres, da der Rumpfträger einiges weniger an Luftwiderstand verursachte.

Wegen des besonders in Norwegen harten und stockdunklen Winters waren Ausweichflugplätze für die Starfighter-Piloten jederzeit unverzichtbar. Die Alarmrotte musste auch bei schlechten Wetterverhältnissen in die Luft und so konnte es schon vorkommen, dass bei einer plötzlichen Wetterverschlechterung weder Bodø noch irgendein anderer Flugplatz wie Andoya, Banak, Bardufoss oder Orland anfliegbar war und die Maschinen daher bis nach Oslo/Gardermoen ausweichen mussten – 1.150 km entfernt! Für den mit 3.391 Liter intern plus zwei Tiptanks á 1.287 Liter Kerosin betankten Starfighter war das mit 3.900 Pfund Rest-Treibstoff leicht möglich. Wie die Dänen auch flogen die Norweger zuweilen ganz ohne Zusatztanks, die hervorragenden Steig- und Beschleunigungswerte in dieser Konfiguration und die trotzdem befriedigende Reichweite machten das möglich.

© Erich Westersötebier 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Aufgrund der rasanten Beschleunigungswerte der F-104 waren die sowjetischen Bomberbesatzungen nicht nur einmal überrascht, wie wenig Zeit vom Alarm der Maschine in Bodø bis zum Abfang-Zeitpunkt verging. Bei einer Steigzeit von nur viereinhalb Minuten vom Startpunkt bis auf 18 km Höhe und einer Beschleunigung auf Mach 1,9 war dies freilich kein Wunder. Zum Ende der siebziger Jahre nahmen die Aktivitäten der Sowjets zu, im Jahr 1979 musste die Alarmrotte 150 mal aufsteigen, im nächsten Jahr gar 200 mal! Die Hauptlast trug dabei die 331Skvadron, da sie als Hauptaufgabe die Luftverteidigung hatte.

Als erster Pilot mit 1.000 Flugstunden der 331.Skvadron erreichte Kpt Helge Moe diese magische Grenze. Nach der Landung wartete ein roter Teppich und Champagner auf den Piloten, um dieses Ereignis gebührend zu feiern.

Die "schwarzen" Jahre 1970 und 1971

Waren in den ersten Jahren keine Totalverluste zu beklagen, so kam es in den Jahren 1970/71 zu einigen besonders schweren Unfällen. Am 19. November 1970 stürzte die TF-104G FN-Z/264 wenige Sekunden nach dem Start auf die Startbahn im dänischen Aalborg. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten, der Mann im zweiten Cockpit, ein Sergeant, kam ums Leben. Keine drei Monate später, am 10.02.1971, verunglückten zwei F-104G, die kurz nach- einander in den Berg Skotstind bei Steigen flogen. Beide Piloten waren sofort tot. Die beiden Starfighter FN-D/628 und FN-A/237 wurden dabei völlig zerstört. Am 21. Juni 1971 ging die FN-C/627 verloren, die Maschine war Teil einer Zweierformation und stürzte in den oberen Tolladal in Beiarn. Hier konnte sich der Pilot retten.

Trotz dieser Absturzserie feierte die 331.Skvadron am 24. Juli 1971 ihr 30jähriges Bestehen. Dazu brachte sie eine Eight-Ship-Formation zustande, die mit lautem Gejaule ihrer J79-Triebwerke über die Stadt Bodø flog. Als wären diese Ereignisse noch nicht genug für die Presse und die Öffentlichkeit, kam es am 21. März zu einem Zwischenfall mit zwei sowjetischen Tupolew 16 Badger D, die den norwegischen Luftraum bei Vaeroy verletzten. Offenbar waren sich die Navigatoren nicht über ihren tatsächlichen Standort im Klaren. Sofort wurden zwei Starfighter gestartet, die die beiden Bomber wieder in internationalen Luftraum geleiteten. Nach diesem Reaktionstest des Warschauer Paktes überbrachte die norwegische Regierung eine offizielle Protestnote an die Sowjets.

Die 334Skvadron erhält kanadische CF-104 und CF-104D

Nach mehreren Abstürzen norwegischer F-5A und B entschied die Luftwaffe, die Anzahl der Staffeln mit der Freedom Fighter zu reduzieren, um die Staffelbestände der 332., 336., 338. und 718.Skvadron wieder auffüllen zu können. So wurde sogar beschlossen, die 334.Skv von der F-5 auf den CF-104 umzurüsten. Die Starfighter waren nach Auflösungen kanadischer Staffeln in Europa frei geworden. Die 334.Skv. der KNL lag ebenfalls in Bodø und so konnten die norwegischen Starfighter idealerweise auf einer Basis konzentriert werden.

Erste Verhandlungen mit den Kanadiern begannen im Januar 1972, die Dänen hatten bereits ebenfalls mit den Kaufverhandlungen begonnen und bekamen ihre ersten Maschinen zugewiesen. Die Norweger erhielten schließlich ab Juni 1973 19 CF-104 und drei CF-104D, die später alle in einem neuen olivgrünen Anstrich mit weißer Radarnase flogen, die Kanadier waren noch grün-grau gestrichen. So ließen sich diese Starfighter klar von den silbernen und grauen Maschinen der 331.Skvadron unterscheiden. Die Dänen hatten sich kurz zuvor die "besten" CF-104/D für ihren Bestand genommen, die Norweger konnten somit nur aus den übrig gebliebenen auswählen.

Da die Starfighter bei den Kanadiern in der nuklearen Deep-Strike-Rolle eingesetzt waren, trugen sie keine Kanone. Die Firma Scottish Aviation rüstete schließlich die Vulcan-Kanonen für die Norweger nach und installierte später auch ALR-46 Radarwarngeräte. Das Bordradar wurde in Norwegen modernisiert, um den Einsatz in der Air-to-Air-Rolle zu gewährleisten. Am 1. September 1972 wechselten Die Norweger ihr Registrierungssystem, die mit „FN“ beginnenden Seriennummer-Codes wurden durch die letzten drei Ziffern der Seriennummer ersetzt.

Die F-5A und B der 334.Skvadron verließen von Januar bis März 1974 die Einheit. Die Staffel setzte ihre CF-104 Starfighter hauptsächlich bei der Seezielüberwachung und -bekämpfung ein, als Zweitaufgabe war die Luftverteidigung zu versehen. Die olivgrüne Tarnung war somit sehr zweckmäßig. Im Gegensatz zu den Maschinen der 331.Skvadron war die 334.Skvadron eher selten auf anderen mitteleuropäischen NATO-Flugplätzen zu sehen.

Am 1. Januar 1975 beteiligte sich ein Starfighter der 331.Skv. an einer eindrucksvollen humanitären Aktion. Ein Patient in einem Osloer Krankenhaus benötigte dringend eine Spenderniere, das passende Organ wurde schließlich im nordnorwegischen Tromsö gefunden. Von dort brachte ein UH-1B die Niere nach Bardufoss, anschließend flog eine F-104 das Organ dann nach Oslo/Gardermoen. Die Spenderniere kam nach nur 5 Stunden und 15 Minuten beim Empfänger an, nach einer Reise von über 1.600 km.

Da die Staffelstärke der 331.Skvadron nur noch bei 16 F-104G und einer TF-104G lag, kam im Juni 1975 in Form von zwei Trainern Nachschub zur Staffel. Diese beiden Zweisitzer kamen aus Luke, wo sie vorher bei der Luftwaffe mit den amerikanischen Seriennummern 66-13627 (Schattenkennzeichen 28+08) und 63-8469 (eigentlich 27+71) geflogen waren. Es war schließlich wieder Kpt Helge Moe, der im April 1975 als erster die 2000te Flugstunde auf dem Starfighter vermelden konnte.

Ständige Verlegungen der 334.Skv

Im Juni 1975 feierte die 334.Skvadron ihr 50jähriges Bestehen und bildete mit drei Maschinen das "Green Arrows" Kunstflugteam. Die Staffel verlegte ab 1975 im Rahmen von Waffentrainings oder NATO-Manövern einmal im Jahr ins nördliche Bardufoss. Mit den anderen NATO-Fightern fand einmal im Jahr ein Staffelaustausch statt, so war die 331.Skvadron im September 1975 mit vier (T)F-104G Gast der 19.Sqn. und ihren Lightnings F.2A in Gütersloh. Die 334.Skv besuchte im Juni 1976 mit fünf CF-104/D das deutsche MFG 2 in Eggebek zu ihrem ersten Staffelaustausch. Nach der Rückkehr in Bodö entdeckte der norwegische Zoll nicht weniger als 400 Flaschen Wein und Likör in den Starfightern - die Presse schlachtete das anfangs geheim gehaltene Vergehen groß aus und es gab einen handfesten Skandal in Norwegen!

Auf die Basis Sola bei Stavanger verlegte die 334.Skvadron dann mit vier CF-104 im September 1976 für fast einen Monat. Im November 1977 war die Einheit erneut bei einem Staffelaustausch in Deutschland zu Besuch, diesmal beim MFG 1. In den Folgejahren gab es interessanterweise gemischte Staffelaustausche mit der 331. und 334.Skvadron zusammen (meistens je drei F-104), so in 1978 mit den Buccaneer der 208.Sqn. in Honington, im Jahr 1979 mit den Phantom der 92.Sqn. in Wildenrath und 1980 mit den Jaguar der 17.Sqn. in Brüggen.

© Erich Westersötebier 240 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Dieser norwegische Starfighter sieht aufgrund seiner verschiedenfarbigen Aluminium-Teile eher wie geflickt aus. Die "240" flog ab Juli 1981 noch für die türkische Luftwaffe und überlebte somit die durch häufige Einsätze, das harsche norwegische Wetter, sowie die oftmals nicht ganz ungefährliche Begegnung mit den Russen die Zeit bei der 331Skvadron.

Sowjetische Aggressoren

Zum Ende der siebziger Jahre nahmen die Aktivitäten der Sowjets zu, alleine in 1979 musste die Alarmrotte einhundertfünfzig Mal aufsteigen, im nächsten Jahr gar 200 Mal. Die Hauptlast trug dabei die 331.Skvadron, da sie als Hauptaufgabe die Luftverteidigung hatte. Bei größeren sowjetischen Manövern konnte es zuweilen vorkommen, dass große Verbände mit 20 oder mehr Tu-16 Badger auf den norwegischen Luftraum zuflogen und vor Erreichen der Grenze abdrehten. Diese wurden von den zwei F-104G der Alarmrotte abgefangen und begleitet, die Bomber wurden fotografiert. Die Starfighter landeten in der Zwischenzeit, wurden betankt und starteten wieder, um die Russen erneut zu begleiten.

Am 28. April 1980 befanden sich Lt. Haugland und 2ndLt Strand hintereinander im Anflug auf den Heimatplatz, als bei beiden Maschinen die Hydraulik ausfiel. Strand setzte als erster auf und schlidderte mit seiner F-104G ins Gras, bevor er stoppen konnte. Haugland kam nach der Landung ebenfalls von der Bahn ab und bekam seine Maschine an derselben Stelle zum stehen wie Strand. Die beiden Maschinen zogen sich bei dem unfreiwilligen Zusammenstoß nur geringe Beschädigungen zu und waren bald darauf wieder im Einsatz.

Mitte der siebziger Jahre suchten auch die Norweger zusammen mit den Niederländern, Belgiern und Dänen nach einem Nachfolgemuster für den Starfighter. Dieses fanden sie in der General Dynamics F-16, die in Norwegen auch die F-5 Freedom Fighter ersetzen sollte. Die ersten Piloten der 331.Skv gingen bereits im Januar 1981 nach Rygge, um dort die Umschulung auf die F-16 zu durchlaufen. Die ersten F-16 erhielt die Staffel im Juni desselben Jahres. Die Einheit flog letztmalig am 9. Juli 1981 mit dem Muster, ein TF-104G wurde noch für ein Jahr an die 334.Skv übergeben. Diese flog den Starfighter bis März 1983 weiter und rüstete dann ebenfalls auf die F-16A/B um.

Mit einer der eindrucksvollsten Starfighter-Formationen überhaupt mit nicht weniger als 18 CF-104 und CF-104D verabschiedete sich die 334.Skv im Jahr 1981 unter großem Geheule von der Bevölkerung Bodös. Von Juni bis November 1982 wurden die meisten Starfighter in den vorübergehenden Store nach Sola überführt.

Die meisten F-104 wurden als US-Eigentum später weiter an die Türkei gegeben, wo sie noch mehrere Jahre gute Dienste leisteten.

An die Norske Luftforsvaret wurden die folgenden Starfighter mit den entsprechenden Seriennummern ausgeliefert:

F-104G (ehemals RF-104G):
FN-K/625, FN-B/626, FN-C/627, FN-D/628, FN-E/629, FN-F/630, FN-H/631, FN-R/632, FN-U/633 FN-T/232, FN-P/233, FN-S/234, FN-A/237, FN-N/238, FN-W/239, FN-X/240

F-104G:
FN-L/757, FN-Y/758, FN-G/785

TF-104G:
FN-M/263, FN-Z/264, 469, 627

Die folgenden 22 Starfighter gingen in den Jahren 1972-74 zusätzlich aus kanadischer Produktion an die Kongelige Norske Luftforsvaret:

CF-104:
717, 730, 755, 759, 766, 797, 800, 801, 818, 833, 836, 850, 860, 870, 882, 886, 889, 890, 900

CF-104D:
4632, 4633, 637

Unfälle mit norwegischen F-104

Datum Serial Typ Sqn Hergang
17.11.70 264/FN-Z TF-104G 331.Skv. Absturz in Aalborg beim Start, Fluggast im hinteren Cockpit getötet
10.02.71 (628)/FN-D F-104G 331.Skv. Absturz während Trainings-Three-Ship in den Berg Skotstind bei Steigen, beide Piloten getötet
(237)/FN-A F-104G 331.Skv.
21.07.71 (627)/FN-C F-104G 331.Skv. Absturz in Tolladal bei Beiarn während Trainings-Two-Ship, Pilot ausgestiegen
18.09.74 625 F-104G 331.Skv. Absturz bei Setsa in Saltdal nach Durchstoßen der Wolkendecke im Anflug auf Bodø, Pilot wurde getötet
29.07.75 797 CF-104 334.Skv. Absturz in Revtind nach Berg-Berührung während Navigation-Trainingseinsatz, Pilot getötet
17.01.78 238 F-104G 331.Skv. Heavy Landing auf der Ramstein AB ohne ausgefahrene Haupträder, rollte ins Fangnetz , Maschine w/o, Pilot unverletzt
10.06.78 833 CF-104 334.Skv. Absturz nördlich Andoya ins Meer, Maschine sollte drei Schiffe identifizieren, Pilot getötet
08.06.79 860 CF-104 334.Skv. Absturz in der Nähe der Insel Spildra in Kvaenangen nach Schubverlust, Pilot leicht verletzt, aber gerettet
18.09.80 234 F-104G 331.Skv. Absturz bei Helligvaer ins Meer während Abfangmission, 30 km entfernt von Bodø, Pilot wurde getötet
18.12.80 632 F-104G 331.Skv. Absturz in den Skaerstadfjord 24 km von Bodø entfernt nach Triebwerksausfall bei GCA, Pilot konnte sich retten
04.02.81 627 TF-104G 331.Skv. Absturz bei GCA auf Bodø nach Triebwerksausfall durch FOD (Teile des Cockpits), beide Piloten ausgestiegen
18.01.83 900 CF-104 334.Skv. Absturz ins Meer 15km westlich Bodø nach Kontrollverlust im, Tiefflug, Pilot ausgestiegen

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