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History der No.18.Squadron
Marcus Herbote

© T. Nienaber ZD980/BJ Chinook HC1 18Sqn zum 75jährigen Jubiläum im Mai 1990, Gütersloh

Die Anfänge
Aufgestellt am 15. Mai 1915 in Northolt, war die Staffel für die Unterstützung des Heeres zuständig. Aus der Zusammenarbeit mit der britischen Kavallerie rührt auch das Pegasus-Wappen her. Die Einheit war bis zu Auflösung am 31. Dezember 1919 mit verschiedenen Mustern ausgerüstet, darunter die FE2b und die DH9A.

Erneut aufgestellt am 20. Oktober 1931 flog die 18.Sqn. zunächst mit der Hawker Hart, später mit Bristol Blenheims. Im Jahr 1941 war sie von Malta aus im Einsatz, danach bis 1942 von Ägypten, nur um dann im März des Jahres aufgelöst zu werden, da die Einheit praktisch keine Piloten und Maschinen mehr hatte. Kurze Zeit später wurde die 18.Sqn. erneut aufgestellt und war bis 1946 mit der Blenheim IV und später der Douglas Boston im Mittelmeerraum im Einsatz.

In den nächsten Jahren war die Staffel zunächst mit der Lancaster GR.3 in Ägypten mit der Maritime-Reconnaissance-Rolle betraut, dann mit der Mosquito Met.6 in Malaysia in der Wetterbeobachtungsaufgabe und schließlich mit Douglas Dakotas, um mit seinen Transportern an der Berliner Luftbrücke teilzunehmen.

Canberras
Das Jet-Zeitalter brach schließlich für die No.18.Squadron an, in Scampton war sie von 1953 bis 57 mit der Canberra B.2 in der Bomberrolle unterwegs und wurde anschließend erneut aufgelöst. Durch eine Umbenennung der 199.Sqn. mit Valiant am 16. Dezember 1958 flog der Verband bis März 1963 in der ECM-Rolle.

Insgesamt ist wohl kaum eine Staffel der Royal Air Force in derart kurzer Zeit mit soviel verschiedenen Aufgaben vertraut gewesen. Ein weiterer, wenn auch völlig neuer Auftrag stand der Squadron nur zehn Monate später bevor.

Mit Wessex nach Gütersloh
Am 27. Januar 1964 entstand aus der Wessex Trials Unit in RAF Odiham die erste Einsatzstaffel der Royal Air Force, die mit dem Westland Wessex HC.2 ausgerüstet werden sollte, die No.18.Squadron. Somit war die Pegasus-Einheit erneut an vorderster Linie im Einsatz, wenn auch erstmals mit einem Hubschrauber.

Einsatzbereit mit dem neuen Muster war die Einheit am 1. Januar 1965 und verlegte am 19. Januar mit acht Maschinen auf die Basis Gütersloh zur Unterstützung der British Army of the Rhine (BAOR). Dort löste sie die 230.Sqn. mit Whirlwind HAR.10 ab, die bereits zurück nach England verlegt hatte. Am 1. Februar war die Staffel in Gütersloh einsatzklar. Vier weitere Wessex kamen später nach Beendigung einer Zypern-Detachments hinzu. In den kommenden Jahren stieg die Sollstärke auf die erstaunliche Zahl von 20 Hubschraubern an. Da auch die Zahl der Besatzungen entsprechend anstieg, änderte man den Dienstgrad des Commanding Officers der 18.Sqn. im Jahr 1966 schließlich von Squadron Leader zu Wing Commander.

© E. Westersötebier XV720/T Wessex HC2 18Sqn, Gütersloh (Oktober 1968) - Betankung eines Wessex der 18Sqn auf der Südseite des Flugplaztes. Dorthin wurden die Huschrauber "verbannt", da die Hunter der 2 und 4Sqn die Hangare 6 und 7 eher benötigten.

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Die Hauptaufgaben der Einheit lagen im Truppen- und Materialtransport, Verwundetentransport sowie leichte Angriffe von Bodentruppen. Anfangs mangelte es dem Muster noch an einer Instrumentenflug- und Nachtflugfähigkeit.

Im Südosten von RAF Gütersloh standen die zu wartenden Wessex in einem zirkuszeltähnlichen Gebilde, um größere Reparaturen wie den Ausbau der Triebwerke zu ermöglichen. Erst nach Abzug der beiden Hunter-Staffeln Anfang der siebziger Jahre konnte die 18.Sqn. in die Hangare 6 und 7 verlegen, die sie schließlich bis 1980 nutzte. Der Platzmangel in Gütersloh war unter anderem auch ein Grund für die teilweise Verlegung der 18.Sqn. nach Übersee. So war von 1968 bis 1970 die Staffel kurzzeitig in Borneo im Einsatz, um die dortigen Bodentruppen beim Indonesien-Konflikt zu unterstützen.

Eine kurzzeitige komplette Verlegung zurück nach RAF Acklington/Großbritannien im Januar 1968 wurde nach nur zwei Jahren revidiert. So hatte die Staffel in dieser Zeit sogar drei Besatzungen und Maschinen für einen eventuellen deutsch-deutschen Grenzzwischenfall in Bereitschaft zu halten, von England aus sicher kein einfaches Unterfangen. Am 25.04.1968 ging der Wessex XT677/A während eines Übungsfluges über Deutschland durch Absturz verloren. Es sollte der einzige Totalverlust der Staffel in Deutschland bleiben. Im Mai 1968 waren sechs Wessex der Staffel zum Army-Training in Deutschland stationiert, zwei weitere waren in „Grenz-Bereitschaft“. Später erhöhte sich die Zahl der nach Deutschland abgestellten Maschinen auf zwölf Wessex. Das führte schließlich zur erneuten dauerhaften Verlegung der 18.Sqn. nach Gütersloh im August 1970. Zunächst teilte man die Hubschrauber der Staffel auf, vier unterstützen die junge Harrier-Force in Wildenrath von dort aus bei ihren Feld-Verlegungen, die anderen zwölf verblieben in Gütersloh.

Einmal im Jahr verlegte die 18.Sqn. mit zwölf Hubschraubern in die verschiedensten Regionen Deutschlands. Dies geschah im Rahmen der jährlichen „Pegout“-Manöver, eine Kurzform von „Pegasus out“. Dabei wurde die Staffel regelmäßig von vier Maschinen der 72.Sqn. verstärkt. Man teilte dann die verfügbaren 16 Maschinen in drei Flights á fünf auf. Maschine Nummer 16 diente einer HQ Flight im Rahmen von Verbindungsaufgaben. Während dieser Übungen mussten die versteckten Einsatzstellungen vor dem „Feind“ verborgen werden. Im Fall einer Entdeckung wurde innerhalb kürzester Zeit eine Ersatzstellung bezogen. Meistens lagen diese Stellungen in der Nähe von Bauernhöfen, auf Wiesen oder nahe Wäldern.

Am 5. Juni 1975 waren die Piloten des Wessex "BC" gezwungen, in Bielefeld-Quelle neben der B68 in der Nähe der Hünenburg nach starken Vibrationen am Rotor eine Notlandung durchzuführen. Einige Mechaniker und ein neues Rotorblatt wurden von einem zweiten Hubschrauber heran geflogen.

Der Westland Wessex war durch seine Einfachheit und Robustheit sowie die Zuverlässigkeit der gekoppelten Gazelle-Turbinen sehr beliebt bei den Besatzungen. Am 18. September 1975 lud die Staffel Hubschrauber-Besatzungen verschiedener NATO-Partner nach Gütersloh ein, um das 60jährige Bestehen zu feiern.

Mit Chinooks nach Gütersloh
Erneut aufgelöst wurde die 18.Sqn. schließlich am 1. Dezember 1980, nicht ohne kurze Zeit später mit dem neuen Boeing-Vertol Chinook, deren Beschaffung die RAF schon einmal 15 Jahre zuvor erwogen hatte, am 4. August 1981 in Odiham neu aufgestellt zu werden.

Nur sieben Monate nach der erneuten Aufstellung der Staffel, kam es zum Falkland-Konflikt und fünf der neuen Chinook wurden mit dem Frachter „Atlantic Conveyor“ ins Krisengebiet gefahren. Ein Chinook blieb auf Wideawake Island und nach dem Verlust dreier Maschinen nach der Versenkung des Schiffs blieb lediglich die ZA718/BN übrig. In einem bespiellosen Einsatz flog der einzig verbliebene Chinook alle Einsätze zur Unterstützung der Truppen und war nicht selten mit der doppelten Nutzlast als erlaubt unterwegs!

Als zweite Chinook-Einheit stellte man die No.7.Squadron in RAF Odiham auf, um von dort die Army auf der britischen Insel zu unterstützen. Daraufhin verlegten erste Teile der 18.Sqn. am 8. Mai 1983 mit den fünf Chinook ZA674/BA, ZA679/BC, ZA673/BQ, ZA677/BR und ZA704/BV nach Gütersloh. Sie zogen in den eigens für die Chinooks gebauten großen Hangar, der zukünftig die Nummer 1 bekommen sollte.

Die Sollstärke der 18.Sqn. lag bei zunächst fünf bis sechs, später zehn Chinook HC.1, die sie fortan zur Unterstützung der 1. Britischen Rheinarmee einsetzte. Bei zahlreichen Missionen flog die Staffel auch außerhalb Deutschlands zusammen mit den NATO-Verbündeten ihre Transporteinsätze. Häufig die Maschinen auch am Wochenende im ostwestfälischen Luftraum unterwegs.

Zu den Höhepunkten in den achtziger Jahren bei der Staffel gehörte sicher der Staffelaustausch mit zwei CH-47C Chinook des Batallon de Helicopteros de Transporte der spanischen Heeresflieger (FAMET) aus Colmenar-Viejo im Mai 1985.

Totalverluste können auch für eine Hubschrauberstaffel nicht ganz ausgeschlossen werden. Ein besonders schwarzer Tag für die Pegasus-Staffel war der 6. Mai 1988, als während der ILA in Hannover Chinook HC.1 ZA672/BH beim Rückwertsrollen mit dem hinteren Rotor eine Gangway streifte, sich überschlug und in Flammen aufging. Zwei Tote und 12 Verletzte waren zu beklagen.

© T. Nienaber Chinook HC1 ZD575/BL Beide Gütersloher Heli-Staffeln nahmen am Golfkrieg teil, die Staffelstärke erholte sich nach dem Konflikt bis Verlegung der beiden Einheiten aus Gütersloh nie wieder ganz vollständig, Gütersloh

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Der Golfkrieg
Im Rahmen des Golfkriegs flogen die Besatzungen der 18.Sqn. zusammen mit Piloten der 7.Sqn. und 240.OCU ab Januar 1991 zahllose Einsätze zur Unterstützung der dortigen Bodentruppen. Die meisten Maschinen flogen während dieser Zeit in Wüstenbemalung, einige wurden mit einer braunen, schwarz gestreiften besonderen Nachttarnung versehen. Verschiedene Battle Honours waren die Folge zahlreicher Einsätze.

Nach der Verlegung der No.230.Sqn. mit ihren Puma HC.1 im April 1992 von Gütersloh nach Aldergrove, gingen vier Pumas an die 18.Sqn., die dort schließlich die B Flight bildeten. Die Chinook-Sollstärke wurde auf sechs Maschinen reduziert.

© Archiv M. Herbote XW222/BX Puma HC1 18Sqn, Gütersloh (August 1992) - Anläßlich der Verlegung der 230Sqn nach Aldergrove im April 1992 gingen vier Puma der Staffel an die 18Sqn und bildeten dort mit der B Flight eine eigene Teileinheit. Die Maschinen bekamen die Codes BW, BX, BY und BZ zugewiesen.

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Abschied von RAF Gütersloh
Am 18. März 1993 nahm die 18.Sqn. Abschied von RAF Gütersloh und verlegte mit sechs Chinook HC.1 und vier Puma HC.1 nach RAF Laarbruch am Niederrhein. Dort blieb sie bis zum Jahr 1997 und ging dann im August des Jahres zurück an ihren ursprünglichen Standort Odiham.

Die No.18.Squadron war mit dem Wessex HC.2 insgesamt 13 Jahre in Gütersloh stationiert, weitere zehn Jahre mit dem Chinook HC.1 und annähernd viereinhalb weitere Jahre mit Chinooks und Pumas in Laarbruch.

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