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Squadron History - No. 230 Squadron - zurück
von M. Herbote

Durch eine Zusammenlegung der beiden Flights 327 und 328 entstand im August 1918 in Felixstowe die 230.Sqn. Ausgerüstet war die Staffel mit der damals allgegenwärtigen Felixstowe F2A und der Sopwith Camel. Nach Ende des Krieges verblieb die Squadron bis Mai 1922 mit Flugbooten am selben Standort, wurde aber kurze Zeit später auf eine Flight reduziert.

Eine neue No.230.Sqn. erblickte in Pembroke Docks am 1. Dezember 1934 das Leben. Ausgerüstet war sie mit Singapore III Flugbooten, die Einheit verlegte dann nach Ägypten, war später in Seletar/Singapur stationiert und bekam dort schließlich die großen Shorts Sunderland Flugboote. Es folgte zunächst ein Detachment in Ceylon, dann später die komplette Verlegung auf die Insel im Indischen Ozean. Mit dem Eintritt Italiens in den zweiten Weltkrieg folgte eine Verlegung nach Ägypten, um von dort in der U-Boot-Bekämpfung eingesetzt zu werden.

Über Ostafrika und Madagaskar zog es die Einheit wieder zurück nach Ceylon und kurze Zeit später nach Kalkutta. Schließlich war die 230.Sqn. zunächst in Burma und danach wieder in Singapur beheimatet. Im April 1946 zog es die Squadron dann zurück nach England, zuerst operierte man von Calshot, ab 1949 dann von Pembroke Docks aus. Von dort aus nahm die Staffel an den Versorgungsflügen im Rahmen der Berliner Luftbrücke teil, sie landete regelmäßig auf der Havel. Am 28. Februar 1957 wurde der Verband im Rahmen der Außerdienststellung aller Flugboote bei der RAF aufgelöst.

Am 1. September 1958 stellte man die 230.Squadron erneut auf. Sie entstand aus einer Umbenennung der 215.Sqn. und war zunächst mit der Scottish Aviation Pioneer in Dishforth stationiert. Von dort operierte die Einheit zusammen mit den Heeresverbänden und zu deren Unterstützung. Ab 1960 kamen einige Twin Pioneer zur Staffel, eine Flight operierte von 1961 bis 62 auch von Kamerun aus.

Mit dem Westland Whirlwind HAR.10 rüstete die Staffel ab Juni 1961 aus, die letzten Flugzeuge verließen für alle Zeiten zum Ende desselben Jahres die 230.Sqn. Die Einheit sollte nie wieder mit Flächenflugzeugen ausgerüstet sein.

Von Januar 1963 bis Januar 1965 operierte die Staffel zur Unterstützung der Rheinarmee mit ihren zugewiesenen zwölf Hubschraubern von RAF Gütersloh aus. Ein Totalverlust war am 17.08.1964 zu verzeichnen, als der Whirlwind XP397/T nach einem Leistungsverlust bei einer Notlandung in der Nähe der Basis so stark beschädigt wurde, dass er abgeschrieben werden musste. Gleichzeitig hielt die Einheit ein kleines Detachment in Nicosia/Zypern.

Ende 1964 später verlegte die Staffel nach RAF Odiham, nur um ab März 1965 erneut zu verlegen und zwar nach Labuan/Borneo. Erst im November 1966 kam die 230.Sqn. zurück nach Odiham. Bis Ende 1969 lag der Verband dort und verlegte dann nach Wittering, um erste Trainingsflüge mit dem neuen Transporthubschrauber Puma durchzuführen. Am 3. Dezember 1971 löste die Staffel schließlich auf, aber das Trainingselement in Odiham wurde am 1. Januar 1972 erneut in No.230.Squadron unbenannt.

Als Ersatz für die Wessex HC.2 der 18.Sqn. kam im Oktober 1980 die Verlegung nach Gütersloh. Mit ihren 16 Puma HC.1 war sie hauptsächlich zur Unterstützung der 1. Britischen Rheinarmee im Einsatz und nutzte die beiden von der 18.Sqn. geräumten Hangare 6 und 7.

Während der achtziger Jahre nahm die Staffel mit jeweils einem Puma HC.1 an den Flying Displays der verschiedensten Flugtage in Deutschland und Europa teil. So waren, neben den normalen Einsätzen für die BAOR, auch Flüge am Wochenende für die 230.Sqn. normal.

Die gesamte Einheit nahm ab Oktober 1990 an der Aufrüstung im Rahmen der „Operation Granby“ teil. So war ab Ende des Monats kein Puma der 230.Sqn. mehr in Gütersloh stationiert, abgesehen von den Maschinen in der Wartung.

Nach dem Ende des Golfkrieges erreichte die 230.Sqn. nie wieder die volle Staffelstärke. Viele Hubschrauber befanden sich noch einige Zeit danach in der großen Wartung nach Abschluss des Einsatzes in der Wüste. So waren bis April 1991 lediglich einige wenige Maschinen für die Staffel in Gütersloh im Einsatz, erst am 23. April flog der erste Puma wieder von den Hangaren der 230.Sqn. aus, vorher geschah dieses wie für normale Gastmaschinen von der Flightline aus. Die Staffelstärke betrug aber zu diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Puma-Einsätze von Gütersloh höchstens sechs bis acht Hubschrauber.

Ende Mai 1991 bekam die Maschine XW224/DH im Rahmen des jährlichen NATO Tiger-Meet eine spektakuläre schwarz-gelbe Tigerbemalung. Anfang bis Mitte Juni 1991 war ein portugiesischer SA.330C Puma der Esq 751 aus Montijo bei der 230.Sqn. zum Staffelaustausch zu Besuch. Zusammen mit den damals noch im Wüstenanstrich fliegenden zwei bis drei Puma und der getigerten Maschine flogen die Südländer verschiedene Missionen.

Einen Totalverlust gab es bei der Staffel am 24. Juni 1991 zu beklagen, als die XW215/R auf dem Flug nach England 30 Meilen von Margate entfernt in den Ärmelkanal stürzte. Die Besatzung konnte sich glücklicherweise komplett retten.

Zum 30. April 1992 verlegte die Einheit dann offiziell wieder zurück auf die britische Insel und zwar diesmal nach RAF Aldergrove. Dort ist die auch heute noch zur Unterstützung der Truppen in Nordirland stationiert.

Erst siebzehn Jahre später verlegte die Squadron erneut - diesmal nach RAF Benson. Am 17.11.2009 flogen somit neun Puma HC1 von Aldergrove an den Standort, wo bereits die "Schwesterstaffel" der 230.Sqn. , die 33.Sqn., seit fast vierzig Jahren liegt!

© Wg Cdr Richard Maddison, Officer Commanding 230Sqn unid. Puma HC1 230Sqn (17.11.2009) Auf dem Verlegeflug von Aldergrove nach Benson wurde diese Neuner-Formation der 230Sqn über einer Dunstschicht aufgenommen. Auf einen zehnten Puma der Squadron traf die Formation in RAF Shawbury und so hatte man eine Fotomaschine! Seit 1992 lag die Staffel in Nordirland, ab sofort ist sie neben der 28 und 78Sqn mit Merlin und der 33Sqn mit Puma auch in RAF Benson zu finden.

Die No.230.Squadron war zwei Jahre mit dem Whirlwind in Gütersloh stationiert und weitere elfeinhalb Jahre mit dem Puma am selben Standort.

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