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Squadron History - No. 3(F).Squadron - zurück
von M. Herbote

© Marc Tecklenborg unid. Harrier GR7 3Sqn, Gütersloh (1992) Staffelmarkierung der 3 Sqn auf einem Harrier GR7, im Gegensatz zu den Harrier GR3 war der Cockatrice in der Mitte nicht aufgemalt sondern ein ganz normaler PVC Aufkleber, nur die grün gelben Balken waren aufgemalt.

Gegründet wurde die No. 3.Squadron am 13. Mai 1912 in Larkhill. Die ersten Jahre des ersten Weltkriegs verbrachte die Staffel mit Beobachtungsaufgaben in Frankreich. Ende 1917 bekam die Einheit die Sopwith Camel zugeteilt, später flog sie die Armistice.

Nach einer inaktiven Zeit erhielt die Squadron im Jahr 1924 die Sopwtih Snipe, später rüstete sie nacheinander auf die Woodcock, Gamecock und Bulldog um. 1935 verbrachte die No.3.Sqn. im Sudan, und wurde schließlich kurz vor dem zweiten Weltkrieg von der Gloster Gladiator auf die Hawker Hurricane umgerüstet. Diese setzte die Staffel unter anderem in Schottland bei Nachtpatroullien ein. 1943 kam es zu einer erneuten Umrüstung, diesmal auf die Typhoon. Sie wurde in der Antischiffsbekämpfung und für Eindringflüge eingesetzt. Nachdem die 3.Sqn. die Tempest erhalten hatte, zerstörte sie nicht weniger als 288 fliegende Bomben vom Typ Fi 103 (V1) beim Anflug auf die britische Insel.

© M. Ruether XG152 Hunter F6A ex 1TWU, Gütersloh (Mai 1990) This Hunter F6A wears the colours of No3Sqn and a fake serial number XF949. For many years this aircraft was positioned in front of No3Sqn's headquarter.

Während der letzten Kriegsmonate zog es die Squadron nach Deutschland, dort blieb die Einheit nach dem Ende des dritten Reichs. Im Jahr begann für die 3.Sqn. mit der Umrüstung auf die deHavilland Vampire das Jet-Zeitalter. Später folgten die N.A. Sabre (in 1953) und die Hawker Hunter drei Jahre später. Eine kurze Stippvisite brachte die Staffel mit der Gloster Javelin zusammen, die sie wenige Jahre später durch die Canberra B(I).8 ersetzte. Dieses schweres Kampfflugzeug flog die 3.Sqn. von Geilenkirchen und Laarbruch in der Strike/Interdiction-Rolle.

Am 31. Dezember 1971 beendete die Squadron die Zeit mit der Canberra und löste sich auf. Doch nur einen Tag später wurde die No.3. Squadron unter dem Kommando von Wing Commander Dick Johns in Wildenrath neu aufgestellt. Als dritter Verband des neuen Harrier Wing bekam die Einheit zwölf Harrier GR.1 zugewiesen. Hauptaufgabe war die Luftnahunterstützung und der Angriff feindlicher Bodentruppen. Schon im selben Jahr liefen der 3.Sqn. die ersten modifizierten Harrier GR.3. Diese besaßen einen Laser-Entfernungsmesser und Ortungsgerät für lasermarkierte Ziele (LRMTS) sowie Radarwarnempfänger an der Leitwerksvorderkante.

Zusammen mit der 4. und 20.Sqn. operierte die 3.Sqn. von Wildenrath aus und verlegte zwei bis dreimal im Jahr zu Übungen in eigens präparierte Feldbasen in Norddeutschland. Am 4. Januar 1977 verlegte die Staffel zusammen mit der 4.Sqn. auf die östlichste RAF-Basis in Deutschland, nach Gütersloh. Diese Basis besaß im Gegensatz zu Wildenrath nur die Möglichkeit, zwei vollausgerüstete Harrier-Staffeln und deren Unterstützungskräfte zu beherbergen. Deshalb wurden beiden Einheiten auf 18 Maschinen aufgestockt und die 20.Sqn. sollte in der Folge auf den SEPECAT Jaguar umrüsten.

Vom 2. bis 9.September 1977 verlegte die 3.Sqn. zum ersten Mal von RAF Gütersloh zur Übung „Hack Fist“ ins Feld, jeweils sechs Harrier operierten im Raum Salzkotten von zwei Basen bei Widey und Volmeder aus. Als Startbahn diente den am Rande von Viehkoppeln abgestellten und hervorragend getarnten Maschinen die typischen 750 Fuß (238 Meter) langen Pisten aus Leichtmetall-Profilblechen.

Einige Piloten der 3.Sqn. nahmen im Jahr 1982 zusammen mit Besatzungen der 1.Sqn. und den Sea Harrier FRS.1 der Fleet Air Arm am Falkandkrieg teil und erzielten bei der Rückeroberung der Falklandinseln große Erfolge. Der Harrier GR.3 XV809/AF der Squadron erhielt im Jahr 1984 einen olivgrünen Testanstrich, um bei der Suche für eine Tarnung des neuen Harrier GR.5 mit zu wirken.

Mehrmals im Jahr ging die 3.Sqn. auf den nahegelegenen großen Übungsplatz Sennelager zwischen Bielefeld und Paderborn, um gefechtfeldmäßige Einsätze durchzuführen. Erstmals fanden im September 1985 auch Starts und Landungen von der neu gebauten Autobahn A33 statt.

Anlässlich des 75jährigen Jubiläums der Staffel flogen neun Harrier GR.3 am 15. Mai 1987 eine Nine-ship-Formation. Nach mehr als fünfzehn Jahren mit dem Harrier der ersten Generation erreichte schließlich der erste Harrier GR.5 die 3.Sqn. Der Senkrechtstarter mit der Seriennummer ZD401/AA landete am 17. März 1989 in Gütersloh. Zwei weitere GR.5 (ZD407/AC und ZD406/AB)erreichten am 29. und 30. September 1989 die Einheit.

Nur kurze Zeit später, am 29.11.89, fand der letzte Flug des letzten Harrier GR.3 der No.3.Squadron statt, die Maschine mit der Nummer XZ991/C ging am selben Tag an die 4.Sqn. Gleichzeitig wurde der GR.5 offziell mit einer Nine-Ship-Formation in Dienst gestellt. Bereits im September 1989 nahmen die neuen Harrier erstmals an einem Manöver teil, in der Senne fand die Übung „Hazel Flute“ statt.

Das Modell GR.5 sollte freilich nur eine Zwischenstufe darstellen, denn Ende November 1989 erreichte bereits der erste Harrier GR.7 die Staffel. Im Grunde genommen handelte es sich um GR.5 mit dem Aussehen eines GR.7, die für das neuere Modell typische Avionik und Ausrüstung sollte erst später eingebaut werden. Die RAF bezeichnete dieses Zwischenmodell daher als Harrier GR.5A. Die Staffelstärke lag zu der Zeit bei zwölf Maschinen, eine zweisitzige Version gab es noch nicht.

Die neunziger Jahre sollten durch zahlreiche Verlegungen von sich reden machen. So verlegte die 3.Sqn. nacheinander nach Cold Lake (April 1991), zum Red Flag nach Nellis (Mai 1991) und besuchte außerdem die in Zatec ansässige tschechische Mig-29-Staffel, die 311.Sqn. Diese feierte ihr fünfzigjähriges Bestehen.

Zwischenzeitlich kam es nach dem Absturz eines Harrier GR.7 der 4.Sqn. (ZG473/CA) in der Nähe von Gütersloh zum Grounding der gesamten Harrier-Flotte in Deutschland. Von Ende Mai 1991 waren für sieben Wochen nur wenige Flüge von bereits überprüften Maschinen möglich. Die Piloten der beiden Einheiten bedienten sich währenddessen der Harrier T.4 der Gütersloh Station Flight, um fliegerisch in Form zu bleiben.

Im März 1992 fand eine Verlegung auf den ehemaligen RAF-Flugplatz Wildenrath statt. Von dort operierten die Harrier unter einsatzmäßigen Bedingungen. Im Juni des Jahres nahm die Staffel an der Übung „Hill Foil´92“ statt und im September verlegten vier Harrier GR.7 zusammen mit Tornado F.3 der 23.Sqn. nach Kuantan/Malaysia.

Am 27. November 1992 verlegte die 3.Sqn. dann schließlich nach Laarbruch. Die Belastung für die in Deutschland stationierten Harrier-Einheiten nahm in der Folge zu. Am 2. April 1993 hatte die 3.Sqn. acht Maschinen nach Incirlik zu verlegen, um bei der „Operation Warden“ den Schutz der Nichtflugzone über Kudistan zu gewährleisten. Nach und nach konnte die Industrie mehr GR.7 liefern und so wurde die Staffelstärke ab 1994 auf 16 Maschinen angehoben.

Im Januar 1994 nahm die 3.Sqn. an Starts von der Sky-Jump-Rampe in Yeovilten teil. Später verlegte sie zur Air-Warrior-Übung nach Nellis. Im Januar des folgenden Jahres flog sie zusammen mit der 4.Sqn. Einsätze von Bentwaters aus, der ehemalige Flugplatz der USAFE war offiziell geschlossen.

Im Winter 1994/95 kam dann endlich die langersehnte Zuteilung der Nachtangriffs-rolle, nachdem alle Systeme schließlich einwandfrei funktionierten. Es folgte eine Teilnahme bei „Hazel Flute´95“ in Chivenor mit acht Harrier GR.7 sowie die Aufnahme von „Deny Flight“ über Bosnien Ende September 1995 von der italienischen Basis Gioia del Colle aus. Im Herbst 1995 erreichte dann schließlich ein zweisitziger Harrier T.10 die 3.Sqn. Jetzt konnte die Einheit endlich unabhängig vom Flugsimulator Trainings- und Überprüfungsflüge durchführen.

Anfang 1998 bis Ende April flog die 3.Sqn. zum ersten Mal vom Flugzeugträger HMS Illustrious aus. Zuerst waren es sechs, später acht Maschinen, die tägliche Starts und Landungen unternahmen. Das Motto der Staffel, „Tertius primus erit“ – Der Dritte wird der erste sein“ hatte sich nicht nur dieses Mal erfüllt.

Am 11. Mai 1999 unternahm die No. 3.Squadron den letzten Start von Laarbruch. An diesem Tag verlegte sie nach Cottesmore in Rutland. Ende 2006 erhielt die Einheit nach der Verlegung nach Coningsby mit dem Typhoon F.2 ein völlig neues Muster und ist nun erstmals seit dem Ende der fünfziger Jahre wieder eine Fighter-Einheit.

In den 27 Jahren mit dem Harrier auf deutschem Boden verbrachte die 3.Sqn. fünf Jahre in Wildenrath, fünfzehneinhalb in Gütersloh und sechseinhalb Jahre in Laarbruch.

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