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Squadron History - No. 4(AC).Squadron

von M. Herbote

Die No.4.Squadron wurde am 1.September 1912 in Farnborough ins Leben gerufen. Zunächst flog die Einheit die verschiedensten Flugzeugmuster, so wie es in den Anfangsjahren der Fliegerei üblich war. Im August 1914 verlegte die Staffel nach Frankreich, um für die British Expeditionary Force (BEF) Aufklärungsaufgaben zu übernehmen. Die 4.Sqn. bekam schließlich als einheitliches Flugzeugmuster die BE.2C zugewiesen und später dann die RE.8. Nach einer Stippvisite in der Heimat verlegte die Squadron im Jahr 1922anläßlich der Chanak Krise mit dem Flugzeugträger HMS Ark Royal in die Türkei. Dabei verwendete die Einheit die FE.2B. Ein Jahr später zog es die 4.Sqn. zurück nach Farnborough, die Hauptaufgabe war die Armeeunterstützung (Army-Cooperation) mit den Typen Atlas und später Audax.

Ab 1937 lag der Verband in Odiham, von 1939 an in Frankreich und ab 1942 war die Staffel zurück in England. Dort änderte sich die Aufgabe in Küstenüberwachung und Luft-See-Rettung, erst flog man die Lysander, später die Mustang in der Aufklärungsrolle. Auch hier wurde die 4.Sqn. ihrem Staffelmotto, „In futurum videre“ – „ In die Zukunft sehen“ sicher gerecht. Im Jahr 1943 erhielt die 4.Sqn. die Mosquito und die Spitfire, um die Invasion Europas vorzubereiten. Die zweimotorige Mosquito verblieb bis 1950 bei der Staffel, die jetzt fest in Deutschland stationiert war.

Die Jet-Ära begann für die 4.Sqn. im selben Jahr mit der deHavilland Vampire, später flog sie die N.A. Sabre in der Tagjagdrolle. Nach wenigen Jahren mit der Hawker Hunter F.4, rüstete die 4.Sqn. im März 1961 auf den Jagdaufklärer Hunter FR.10 um. Diese Version flog bei der 4.Sqn. bis Mai 1970, in dem Monat kam die Auflösung für die Staffel. In der Zwischenzeit war die Squadron aus der 54.Sqn. in West Raynham neu entstanden, verlegte im März 1970 nach Wittering und ab September war sie schließlich in Wildenrath beheimatet.

Offiziell aufgestellt am 1. Juni 1970, sollte die 4.Sqn. zwölf Harrier GR.1 und T.2 bekommen, zuvor war zu Trainingszwecken eine Hunter T.7 im Einsatz. Die ersten beiden Harrier GR.1 wurden der 4.Sqn. aber erst am 22. Juni des Jahres mit der XV779 und XV780 zugeteilt, gleichzeitig waren das die ersten Senkrechstarter der RAF Germany. Die Staffel stand damals unter dem Kommando von Wing Commander McKee.

Bereits ab 1971 liefen der Einheit die mit dem stärkeren Pegasus Mk.102 ausgerüsteten GR.1A zu. Die Staffel verlegte zwei bis dreimal jährlich ins Feld auf die sogenannten Forward Operating Locations (FOL) und übte so den Einsatz des Ernstfalls. Im März 1976 erfolgte die Umrüstung auf den Harrier GR.3, neben dem LRMTS, welches zur Umgestaltung der Nase führte, wurden an der Leitwerksvorderkante und im Heckkonus ein Radarwarnempfänger eingebaut.

Da das Haupteinsatzgebiet des Harriers in einem eventuellen Weltkrieg das Gebiet um die innerdeutsche Grenze gewesen wäre, beschlossen die obersten Militärs, das Harrier Wing nach Gütersloh zu verlegen. Da dort aber nur Platz für die Unterbringung des Personals zweier Einheiten vorhanden war, löste man die 20.Sqn. im Februar 1977 auf und verlegte die 4.Sqn. im Januar 1977 nach Gütersloh. Die Staffelstärke wurde auf 16 GR.3 und 2 T.4 erhöht.

Die erste Verlegung nach Belize kam im August 1978 auf die 4.Sqn. zu, die Aufenthalte dauerten nur jeweils vier Wochen um die Combat-Readyness der fliegenden Besatzungen nicht zu gefährden. Jeweils um 9 und 11 Uhr morgens flog die 1417. Flight zwei Missionen mit jeweils zwei Harrier GR.3

Im Sommer 1982 operierte die Einheit von der Bergen-Hohne Range aus, der Commanding Officer der 4.Sqn., Wg Cdr Keith Holland, wollte der Staffel am 29. Juni in einem Harrier T.4 einen Besuch abstatten. Die Maschine trug die zwei üblichen 100 Gallonen Zusatztanks, die aber im Feld normalerweise nicht getragen wurden. Tragischerweise vergaß der erfahrene Pilot, beim Rückflug die Landeklappen zum Start auszufahren. Leider kam der populäre Boss der 4.Sqn. bei diesem Startunfall mit seiner Maschine tragischerweise ums Leben, der Harrier konnte aufgrund der schlechten Start-Perfomance keine Höhe gewinnen und flog in einen Wald.

Von Gütersloh verlegte die 4.Sqn. zusammen mit der 3.Sqn. regelmäßig ins Feld, so operierte die Staffel im Mai 1983 von einer Wiese zwischen Diestedde und Wadersloh im Kreis Warendorf aus. Im Herbst 1985 starteten und landeten die Harrier der Staffel von der neu gebauten Autobahn A 33 aus. Während der Flugtagsaison stellten die beiden Gütersloher Staffeln abwechselnd zwei Harrier GR.3 für Flugvorführungen auf verschiedenen militärischen und zivilen Flugplätzen ab, wobei eine Maschine jeweils als „Spare“ fungierte. Vom 17. bis 26. Januar 1989 war die Squadron in Decimomannu/Sardinien, um dort scharfe Bombeneinsätze zu fliegen.

Am 31. Mai 1989 gab die 4.Sqn. im Hinblick auf die Umrüstung auf den Harrier GR.7 die Aufgabe der taktischen Aufklärung ab, das Reconnaissance Information Center (RIC) wurde zeitgleich aufgelöst. Der erste GR.7 lief der Squadron am 12. September 1990 in Form der ZG473/CA zu, weitere Maschinen folgten, bis die Staffelstärke auf zwölf Maschinen angewachsen war. Der offiziell letzte Einsatz eines Harrier GR.3 fand bei der 4.Sqn. am 7. Dezember 1990 statt, einige GR.3 und T.4 verblieben aber bis Mitte Januar 1991 bei der Staffel, dazu gehörten die XZ999/H, XZ993/M und XV758/R.

Bereits zum ersten Mal operierten die Harrier GR.7 vom 1.-12. Dezember 1990 von den FOL´s in der Senne. Die nächsten Jahre sollten für die Gütersloher Harrier-Staffeln sehr turbulent werden, im Mai 1991 verlegte die 4.Sqn. nach Nellis zum „Red Flag“. Ab dem 29. Mai des Jahres mussten die Harrier sieben Wochen am Boden bleiben, der Absturz des GR.7 ZG473/CA forderte seinen Tribut.

Nach Aufhebung der Beschränkungen folgten Verlegungen nach Wildenrath (März 1992), ins Sennelager unter Operation „Hill Foil ´92“ (Juni) und ab 2. April unterstützte die 4.Sqn. zusätzlich die „Operation Warden“ in der kurdischen Türkei. Am 27. November 1992 nahm die Squadron nach über 15 Jahren Abschied von Gütersloh, die Einheit verlegte nach Laarbruch und Gütersloh wurde Ende März 1993 von der Royal Air Force aufgegeben.

Eine Verlegung von vier Harrier GR.7 nach Belize erfolgte Anfang September 1993, ab dem selben Monat leistete die Staffel einen weiteren Beitrag zur „Operation Warden“. Dort rüstete man die Harrier GR.7 erstmals mit den alten Recce-Pods des Harrier GR.3 aus: Die 4.Sqn. war somit nach vier Jahren Pause wieder in der Aufklärungsrolle unterwegs. Schließlich wurde die Staffelstärke ab 1994 auf 16 Harrier GR.7 angehoben, da nun genügend Jets zur Verfügung standen und die zunehmenden Auslandseinsätze dieses erforderlich machten.

Eine weitere Verlegung brachte die 4.Sqn. ab 24. September 1995 nach Gioia del Colle, um bei unter der „Operation Grapple“ über Bosnien Einsätze zu fliegen. Zunächst waren fünf Harrier beteiligt, weitere sieben kamen später hinzu. Im Mai 1995 verlegte die Staffel unter „Hill Foil“ im Rahmen eines MAXEVAL nach Chivenor, um den Einsatz von einer Feld-Einsatzbasis zu üben, denn der ehemalige RAF-Flugplatz war zu dem Zeitpunkt bereits nicht mehr im Betrieb.

Der erste und einzige Harrier T.10 lief der 4.Sqn. im Herbst 1995 zu, jetzt konnte das Training auch unabhängig vom Simulator durchgeführt werden. Im Winter 1995/96 kam nach dem Einbau der erforderlichen Ausrüstung und Avionik endlich die Nachtangriffsrolle auf die Staffel zu. Jetzt erst war der GR.7 voll einsatzbereit.

Mitte der neunziger Jahre erhielten die Harrier GR.7 einen grauen Anstrich, da der alte grüne Anstrich den Erfordernissen in Bezug auf die Tarnung nicht mehr genügte. Im April 1996 verlegte die 4.Sqn. mit zehn Harrier GR.7 im Rahmen des Manövers „Purple Star“ zur MCAS Cherry Point. Der Abschied von Deutschland kam dann im Jahr 1999, am 13. April flog die Einheit nach RAF Cottesmore, wo sie auch heute noch liegt.

Die 4.Sqn. war fast 29 Jahre mit dem Harrier auf deutschem Boden stationiert, davon fast sieben Jahre in Wildenrath, über fünfzehneinhalb in Gütersloh und sechseinhalb Jahre in Laarbruch.

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