From Die Geschichte des Flugplatz Gütersloh

Visiting-Aircraft: Gastflugzeuge der Armée de l'Air – EC 11

Gastflugzeuge der Armée de l'Air – EC 11

Armée de l’Air - EC 1/11 Roussillon

F-100D

© Axel Saal via Archiv H. Mennen 42212/11-EC F-100D EC 1/11, Gütersloh (September 1970) Die ab Mai 1958 an Frankreich ausgelieferten 100 Super Sabre (85 F-100D und 15 F-100F) wurden zunächst der 4. Allied Tactical Air Force der NATO unterstellt. Nachdem die Grande Nation im Jahr 1967 die Kommandostrukturen der NATO formal verlassen hatte, gehörte die Luftverteidigung in niedriger und großer Höhe, Angriffe auf Bodentruppen und die Luftverteidigung der französischen Luftwaffenbasen der Force Aérienne Stratégique zu den wichtigsten Aufgaben der EC 1/11.

F-100 Formation Gütersloh

© Axel Saal via Archiv H. Mennen 42174/11-EE, 42235711-EJ, 42212/11-EC, 42166/11-ES plus zwei unid. F-100D EC 1/11, Gütersloh (September 1970) Alle sechs F-100D der EC 1/11, die im Jahr 1970 an der Übung "Crossword" mit Flügen zur Sicherung der Berlin-Luftkorridore teilnahmen, fliegen hier zusammen über die Basis Gütersloh, vermutlich zum Abschluss des Manövers. Anfang der siebziger Jahren nahmen die Franzosen verstärkt mit der Super Sabre teil.

© Erich Westersötebier 42174/11-EE F-100D EC 1/11, Gütersloh (September 1970) Die EC 11 lag von 1961 bis 1967 auf deutschem Boden, in Bremgarten. Nach dem Austritt der Franzosen aus der NATO verlegte man die Einheit nach Toul/Rosières. Diese Aufnahme entstand kurz vor der Verdunkelung der RAF Station durch das typische Olivgrün. Im Hintergrund sieht man eine T-33A des JaboG 49, erkennbar am weißen Band am Leitwerk.

© Archiv Christian Hölscher 42166/11-ES F-100D EC 1/11 Gütersloh (ca. 1974) Von Mai 1958 bis Oktober 1975 flog die EC 1/11 "Roussillon" die Super Sabre. Vermutlich ist der Jagdbomber hier bei einem seiner letzten Besuche in Gütersloh zu sehen. Vormals im Dienst der EC 2/3 trug das Flugzeug den Code "11-ES" von April 1966 bis Januar 1975. Ab dem Frühjahr 1976 kamen dann die ersten Jaguar zur Staffel. Anfang 1976 wurde das Flugzeug aus dem Dienst gezogen, bekam aber vorher noch den Code 11-MV bei der EC 2/11.

© Günther Kipp 64009/11-ES F-100F EC 1/11 und FX98 F-104G 10Wing Gütersloh (September 1975) Eine interessante Rotte steht hier auf der Gütersloher 27. Sowohl die EC 11 wie auch das 10Wing war unter anderem in der taktischen Strike-Mission im Einsatz. Oftmals nahmen zwei Einheiten mit ähnlichen Aufgaben an den NATO-Staffelaustauschen teil. Vermutlich entstand dieses Bild während einer derartigen Übung zwischen den beiden Staffeln. Die FX98 stürzte am 02.08.1977 in der Nähe von Ospel-Nederweerdt ab, der Pilot der 31Smaldeel kam dabei leider ums Leben.

Jaguar A/E

© Thomas Westhoff-Düppmann A155/11-EM Jaguar A EC 1/11, Gütersloh (07.09.1981) 160 einsitzige Jaguar A und 40 zweisitzige Jaguar E rüsteten bei der Armee de´l Air die jeweils vier Staffeln der EC 7 und EC 11 sowie die EC 3/3 aus. Einer der letzten im Jahr 1981 gebauten Jaguar A kommt hier vor dem hochsommerlichen Pappelhintergrund zur Landung herein. Die Hauptaufgabe der EC 1/11 war die Erdkampfunterstützung des französischen Heeres.

© Wilfried Zetsche A129/11-ER Jaguar A EC 1/11, Gütersloh (Oktober 1983) Zusammen mit einem weiteren Jaguar der EC 1/11 "Roussillon" kam diese Maschine zu einem Fuelstop nach Gütersloh. Vor dem Rückflug nach Toul gab es Probleme mit einem Triebwerk. Am 24. Oktober stand der Jaguar zu einem Probelauf auf dem vorderen Teil der Startbahn 09. Zwei Nord 262 Fregate der ETE 41 brachten Mechaniker und Ersatzteile und ein paar Tage später konnte die Maschine zurück nach Frankreich fliegen.

Armée de l’Air - EC 2/11 Vosges

F-100D/F

42223/11-MK F-100D EC 2/11

© Erich Westersötebier via Archiv H. Mennen 42223/11-MK F-100D EC 2/11, Gütersloh (September 1971) Nur wenige Luftwaffenbasen in Deutschland ermöglichten eine Foto-Position direkt neben einer zum Start anrollenden F-100 Super Sabre. der Gütersloher Startbahn-Overrun bot diese Möglichkeit im September 1971. Warum die Maschinen gerade zu der Zeit die verlängerte Startbahn nutzten, ist nicht bekannt. Besonders schwer beladen sind die Franzosen aber nicht.

© Erich Westersötebier 42223/11-MK F-100D EC 2/11, Gütersloh (September 1971) Jeder, der schon mal eine F-100 Super Sabre hat starten sehen, weiß, dass gleich die "kleine Hölle" losbricht. Der Pilot schiebt den Schubhebel nach vorne in den Volllast-Bereich, dann meint man, eine halbe Sekunde gar nichts zu hören! Mit einem ohrenbetäubenden Knall zündet schließlich der nicht regelbare Nachbrenner des 7,5 Tonnen Schub starken J57 Triebwerks. Ein ganz besonderer Moment ist es aber, wenn die Maschine vom Gütersloher Overrun ihren Start beginnt - nur ca. 20 bis 50 Meter von den begeisterten Spottern entfernt! Im Hintergrund sieht man das alte TACAN, diese Anlage ist auch immer wieder mal auf Anflugaufnahmen zu sehen.

© Erich Westersötebier 42158/11-MN F-100D EC 2/11, Gütersloh (September 1971) Auch bei den französischen Super Sabre hinterließ der heiße Triebwerksbereich seine Spuren! Diese Maschine aus Toul/Rosieres startet vom westlichen Overrun aus. Dazu ist das Fangnetz an die Seite gelegt worden und die Startbahnlänge erhöht sich um ca. 150 bis 200 Meter.

© Erich Westersötebier 63940/11-MR F-100F EC 2/11, Gütersloh (Oktober 1969) Genau 100 North American F-100 Super Sabre waren bei den Franzosen im Einsatz, 15 Maschinen gehörten dabei zur zweisitzigen Version F-100F. Die Escadre de Chasse 3 flog von 1959 bis 65 bei zwei Staffeln das Muster, die EC 11 bei drei Staffeln von 1958 bzw. 1965 bis 1977 und bei EC 4/11 in Djibouti von 1973 bis 78. Letzteres Geschwader war nacheinander in Luxeuil, Bremgarten und Toul stationiert. Hauptaufgabe des Jagdbombers waren, wie sollte es im kalten Krieg anders sein, mit Nuklearwaffen bestückte Strike-Einsätze.

© Erich Westersötebier 42152/11-MT F-100D EC 2/11, Gütersloh (ca. 1971) Der ungeregelte Nachbrenner war immer ein Schauspiel bei der Super Sabre. Ein Pilot betitelte das Flugzeug nach seinem Mitflug einmal als "not so (super)"! Die Maschine hatte besonders in der Anfangszeit einige Schwächen. Die Absturzquote war relativ hoch, das J57 Triebwerk fing gerne Feuer oder fiel ganz aus. Aufgrund der im Tiefflug durchgeführten Einsätze bei Franzosen, Dänen und Amerikanern waren die Flugzeuge dann oft nicht zu retten. Die EC 2/11 "Vosges" erhielt nach der Zeit in Bremgarten, wo sie von 1961 bis 67 die nukleare Strike-Aufgabe inne hatte, konventionelle Angriffsaufgaben.

Armée de l’Air - EC 3/11 Corse

Jaguar A/E

© Jeff Bell A82/11-RB Jaguar A EC 3/11 Gütersloh (09.07.1982) Die Franzosen kamen fast ausschließlich zu zweit zu Besuch. Die Ausnahme bildeten Transporter, Fouga Magister und Paris sowie zweisitzige Jaguar E. Die Staffelstärke der französischen Jaguar-Staffeln lag bei sechzehn Flugzeugen, darunter waren für gewöhnlich drei Trainer, die aber auch voll kampftauglich waren. Die Wartungsklappe der Bordkanone ist bei dieser Maschine geöffnet.

© Thomas Westhoff-Düppmann E35/11-RC Jaguar E EC 3/11, Gütersloh (07.09.1981) Im Frühjahr 1976 rüstete die EC 3/11 "Corse" auf den Sepecat Jaguar um. Bis zur Auflösung der Staffel am 31.07.1997 in Toul/Rosieres flog die Einheit in der konventionellen Bodenangriffsrolle zusammen mit der EC 1/11 und 4/11. Die Basis Toul gehört auch zu den Standorten, die längst geschlossen wurden, wie Strasbourg und Colmar.

© Thomas Westhoff-Düppmann E16/11-RF Jaguar E EC 3/11 Gütersloh (01.04.1982) Die zweisitzigen Jaguar E der EC 7 und EC 11 kamen auch hin und wieder allein nach Gütersloh zum Fuelstop. Wie so oft flogen die Maschinen völlig ohne Außenlasten und Zusatztanks. Die EC 3/11 "Corse" flog den Sepecat Jaguar von Anfang 1976 bis zum 31. Juli 1997 - die Einheit wurde dann aufgelöst.

© Jeff Bell A121/11-RW Jaguar A EC 3/11 Gütersloh (09.07.1982) Die französische Jaguar Variante A unterschied sich vom vom britischen Pedant GR1 deutlich. Die Zelle der SEPECAT Gemeinschaftsentwicklung war weitestgehend baugleich und wurde von den beiden Betreiberstaaten bedarfs- und kostengerecht jeweils unterschiedlich ausgestattet. Die Produktion erfolgte durch BAC (RAF) und Breguet (AdA). Die französichen Jaguar ersetzten Anfang der 70er Jahre die F-100.

SLVSV

© Wieland Stolze 54432/11-OJ T-33A SLVSV EC 11 Gütersloh (18.10.1977) Die Base Flight SLVSV war bei den Franzosen eher als "Section de Liaison et de Vol Sans Visibilité" bekannt. Hier landet eine T-33A der EC 11 aus Toul/Rosieres mit einer Kiste im hinteren Cockpit in Gütersloh. Vermutlich brachte diese Maschine Ersatzteile für eine gestrandete Maschine nach EDUO. Alternativ könnte auch Champagner geliefert worden sein!

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