From Die Geschichte des Flugplatz Gütersloh

Visiting-Aircraft: 51 Sqn - Royal Air Force

Royal Air Force - No 51 Squadron

Gastflugzeuge der Royal Air Force, No 51 Squadron (51 Sqn)

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Canberra B6(BS) der RAF 51Sqn

WT301/W Canberra B6(BS) 51Sqn

© Erich Westersötebier WT301/W Canberra B6(BS) 51Sqn, Gütersloh (Oktober 1973) Das Wetter mag auch dafür sprechen, dass eine der hochgeheimen ELINT-Canberra die Basis Gütersloh besucht hat. Nur vier Maschinen dieses Typs flogen bei der 51Sqn, dazu kamen einige Comet R2 bzw. C(RCM)2, die Vorläufer der heutigen Nimrod R1 bzw. Boeing RC-135 im Dienst bei der Royal Air Force. Vielfach wurden diese Canberra auch als B6(RC) bezeichnet. Die Antenne des Blue Shadow sieht man als lange Röhre vor dem Triebwerkseinlauf oberhalb der Bugfahrwerksklappe. Es diente hauptsächlich dazu, um die genaue Position vor dem eiserenen Vorhang bei einem Abhör-Flug zu bestimmen und um unbeabsichtigte Einflüge in die DDR zu verhindern.

WJ768/Y Canberra B6(BS) 51Sqn

© Erich Westersötebier WJ768/Y Canberra B6(BS) 51Sqn, Gütersloh (Oktober 1973) Es ist schwer zu sagen, welche Aufnahme der vielen hundert die seltenste auf diesen Seiten ist. Diese gehört aber mit Sicherheit dazu! Eine von nur vier eingesetzten so genannten „Elint Listenern“ der 51Sqn war diese mit dem Blue Shadow Radar (BS) ausgerüstete Canberra B6(BS), auch als B6(RC) bekannt. Hier rollt die damals streng geheime und entsprechend bewachte Maschine zu einem weiteren Start für einen Funkabhöreinsatz entlang des „eisernen Vorhangs“. Und erneut spielte die kleine britische Luftwaffenbasis in Ostwestfalen ihre bescheidene aber wichtige Rolle in der großen Weltgeschichte des kalten Krieges, wie es so oft der Fall war.

Andover C1 der RAF 51Sqn

XS644 Andover C1 51Sqn

© Thomas Westhoff-Düppmann XS644 Andover C1mod 51Sqn, Gütersloh (November 1980) Als einzige Andover erhielt die XS644 Mitte der 70er Jahre, damals noch im Dienst der 46Sqn in RAF Thorney Island, das grau-grüne Tarnschema mit den hellgrauen Unterseiten. Für so genannte "Überwachungsaufgaben" erhielt die Maschine ein SLAR (Side-Looking Airborne Radar) unter dem hinteren Rumpf.

Nimrod R1 / Nimrod R1P der RAF 51Sqn

XW664 Nimrod R1P 51Sqn

Foto torstenn./CC BY-NC-ND 3.0 XW664 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (29.03.1993) Als definitiv letzte Nimrod aller Zeiten stattete die 51Sqn der Basis zwei Tage vor der offiziellen Schließung noch einen letzten Besuch ab. Die Maschinen waren 40 Jahre im Einsatz und die letzte wurde im Sommer 2011 aus dem Dienst gezogen.

© Markus Jakobsmeier XW665 Nimrod R1 51Sqn, Gütersloh (17.08.1983) Die Nimrod der 51Sqn operierten an der deutsch-deutschen Grenze und oft bis weit über der Ostsee bis vor die polnische und russische Küste, um sich ein Bild über den Funkverkehr und die Radar- und Funkausrüstung sowie die Einsatzfähigkeit und Einsatzverfahren des Warschauer Paktes zu machen.

© Markus Jakobsmeier XW665 Nimrod R1 51Sqn, Gütersloh (18.08.1983) Die beiden letzten Ziffern der Seriennummer am Leitwerk der Nimrod R1 verschwanden mit den Jahren und ließen nur die kleine Nummer am hinteren Rumpf zurück. Die drei Nimrod wurden so deutlich unauffälliger und eine Identifizierung schwieriger. Das galt auch für das Entfernen der Serial unter dem Tragflächen.

© Markus Jakobsmeier XW665 Nimrod R1 51Sqn, Gütersloh (19.01.1984) Nach nur zehn Minuten Stop machte sich diese Nimrod im Januar 1984 wieder auf den Weg. Es ist zu vermuten, dass Fachkräfte für das Abhören des Funkverkehrs der innerdeutschen Grenze, NATO-Spezialisten oder andere Experten in Gütersloh zugestiegen sind. Auch bei den Andover E3 und E3A der 115Sqn waren derart kurze Aufenthalte am Boden manchmal zu sehen - es stiegen dann Radar- und Kalibrierspezialisten der Basis zu.

XW665 Nimrod R1 51Sqn

© Marcus Herbote XW665 Nimrod R1 51Sqn, Gütersloh (13.06.1985) Viele Male waren die ELINT/SIGINT-Nimrod der 51Sqn aus RAF Wyton in Gütersloh. Oft hing das mit den regelmäßigen Manövern des Warschauer Paktes in der DDR oder Tschechoslowakei zusammen. Wie häufig die Nimrod allerdings unbemerkt in der Nacht hier waren, kann nur vermutet werden.

XW665 Nimrod R1 51Sqn

© Olaf Kestin XW665 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (02.05.1991) Die XW665 trägt hier noch große Roundels und die schwarze Seriennummer. Kurze Zeit später wurden sie kleiner angebracht bzw. in weiß. Trotz ihrer nur drei Nimrod R1P war die Staffel sehr effektiv, zwei waren fast immer einsatzbereit.

XW666 Nimrod R1P 51Sqn

© Olaf Kestin XW666 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (Juli 1991) Man sollte meinen, die beiden Vögel im Hintergrund sind dem Staffelabzeichen der No51Sqn entschwunden! Tatsächlich war aufgrund des nahen Ems-Biotops die Gefahr von Vogelschlag immer ein Thema in Gütersloh. Die XW666 ging während eines Post-Maintenance-Fluges am 16. Mai 1995 in der Nähe von Lossiemouth verloren, als der Captain entschied, nach schwerwiegenden technischen Problemen bei Triebwerk 3 und 4 inklusive einem Feuer das Flugzeug zu wassern!

XW666 Nimrod R1P 51Sqn

© Andechs XW666 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (Juli 1991) Alle drei der frühen Nimrod R1 waren regelmäßig auf ihren grenznahen Flügen zu Besuch in Gütersloh. Die XW666 lag vom 17. bis 22.07.1991 auf der Basis und flog einige Einsätze. Das Muster löste ab 1974 die veraltete Comet R2 der 51Sqn ab, nach 37 Jahren fand am 28.06.2011 der letzte Einsatzflug statt.

XW666 Nimrod R1P 51Sqn

© D. Birwe XW666 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (Juli 1991) Die drei Nimrod R1 waren häufig zum Tanken oder auch für einige Tage in Gütersloh zu Besuch. Man beachte die voll ausgefahrenen Landeklappen und den niedrigen Anflug der Maschine. Die erste R1 ging im Juli 1971 an die Einheit auf der Basis Wyton. Erst am 28.04.1995 verlegte die 51Sqn an den heutigen Standort Waddington.

XW666 Nimrod R1P 51Sqn

© Olaf Kestin XW666 Nimrod R1P 51Sqn, Gütersloh (27.05.1992) Diese Nimrod trägt bereits die kleinen Roundels und die weißen Seriennummern. Der kleine Pod unter der rechten Fläche wurde erst in den letzten Jahren getragen. Im Hintergrund sieht man die im Frühling blühenden Bäume, auf Gütersloher Aufnahmen selten zu sehen! Die XW666 war in den Jahren 1991 und 1992 alleine sechsmal zu Besuch, vom 17.-22.07.1991, am 13.11.1991, am 17.12.1991, am 14.02.1992, am 27.05.1992 und am 03.06.1992.

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