From Die Geschichte des Flugplatz Gütersloh

Visiting-Aircraft: 331 Skv - Luftforsvaret

Luftforsvaret - 331 Skvadron

Gastflugzeuge der Luftforsvaret, 331 Skvadron (331 Skv)

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F-104G Starfighter

© Erich Westersötebier 240 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Dieser norwegische Starfighter sieht aufgrund seiner verschiedenfarbigen Aluminium-Teile eher wie geflickt aus. Die "240" flog ab Juli 1981 noch für die türkische Luftwaffe und überlebte somit die durch häufige Einsätze, das harsche norwegische Wetter, sowie die oftmals nicht ganz ungefährliche Begegnung mit den Russen die Zeit bei der 331Skvadron. Kurz vor dem Ende der F-104-Zeit in Norwegen am 28. April 1980 befanden sich Lt. Haugland und 2ndLt Strand der 331Skv hintereinander im Anflug auf den Heimatplatz, als bei beiden Maschinen die Hydraulik ausfiel. Strand setzte als erster auf und schlidderte mit seiner F-104G ins Gras, bevor er stoppen konnte. Haugland kam nach der Landung ebenfalls von der Bahn ab und bekam seine Maschine an derselben Stelle zum stehen wie Strand. Die beiden Maschinen zogen sich bei dem unfreiwilligen Zusammenstoß nur geringe Beschädigungen zu und waren bald darauf wieder im Einsatz.

© Günter Grondstein 240 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Nur wenige Sekunden vor dem Aufsetzen ist dieser F-104G (62-12240) der norwegischen Luftwaffe. Alle Starfighter Norwegens waren in Bodø stationiert, zweite Einheit mit dem Typ war die 334Skv. Zum Zeitpunkt der Aufnahme waren vier F-104 zu einem Staffelaustausch in Gütersloh. Ausgeliefert wurden die norwegischen Starfighter als RF-104G, sie flogen aber nie als Aufklärer und hießen nach einem Umbau F-104G.

© Willy Metze 629 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Die norwegischen Starfighter galten für 20 Jahre als Wächter der NATO-Nordflanke. Teilweise mehrmals in der Woche fingen die Piloten der 331Skvadron sowjetische Bomber und Seeaufklärer ab. Am 1. Januar 1975 beteiligte sich ein Starfighter der 331Skv an einer eindrucksvollen humanitären Aktion. Ein Patient in einem Osloer Krankenhaus benötigte dringend eine Spenderniere, das passende Organ wurde schließlich in Tromsö gefunden. Von Tromsö brachte ein UH-1B die Niere nach Bardufoss, von dort flog eine F-104 sie dann nach Oslo/Gardermoen. Die Spenderniere kam nach nur 5 Stunden und 15 Minuten beim Empfänger an, nach einer Reise von über 1.600 km!

© Erich Westersötebier 629 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Die 331Skvadron im nordnorwegischen Bodø flog eine gemischte Flotte silberner F-104G und TF-104G. Dieser F-104G wurde am 07.08.1963 mit M61-Kanone übergeben und brachte es auf fast 3387 Flugstunden bei der Luftvorsvaret. In den ersten Jahren operierte die 331Skvadron ausschließlich als Bodenangriffsverband, erst ab 1967 wurde die Luftverteidigung als Hauptauftrag übernommen. Anlässlich dieser Änderung flog die Staffel eine 12-Ship-Formation über die Stadt Bodø.

629 RF-104G 331Skv

© International F-104 Society 629 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Vor dem Jahr 1975 eher selten in Gütersloh zu sehen, kamen die Norweger mit ihren silbernen Starfightern nach dem erfolgreichen NATO-Staffelaustausch etwas häufiger. Die grünen Maschinen der 334Skvadron waren dagegen nie zu sehen - zumindest gibt es dafür keine Beweise.

Archiv H. Franke 629 F-104G 331Skv, Gütersloh (Juni 1976) Aus dem hohen Norden kam dieser F-104G die Gütersloher Lightning-Staffeln besuchen. Normalerweise machten die norwegischen Starfighter auf dem Flug von Bodø nach Gütersloh eine Zwischenlandung in Aalborg. Obwohl die Einsitzer als RF-104G ausgeliefert wurden, erhielten sie nach einem Umbau die M61 Vulcan Kanone und wurden daher gleich zu F-104G. Die Sidewinder konnten entweder unter den Tragflächen (wie bei den Belgiern) und wahlweise an Katamaranträgern unter dem Rumpf (wie die Dänen) getragen werden.

© Willy Metze 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Ohne Pylontanks hatte der Pilot des Starfighters intern 3.391 Liter zu den zwei üblichen Tiptanks á 1.287 Liter als Kraftstoffvorrat zur Verfügung. Staffelmarkierungen wurden während der siebziger Jahre kaum getragen.

630 F-104G 331 Skvadron

© Heribert Mennen 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Während des Staffelaustausches im September 1975 machte der F-104G 630 besonders aufgrund eines besonders niedrigen Starts von sich reden. Wegen dem in Norwegen häufig harten und stockdunklen Winter waren Ausweichflugplätze für die Starfighter-Piloten jederzeit unverzichtbar. Die Alarmrotte in Bodø musste auch bei schlechten Wetterverhältnissen in die Luft und so konnte es schon vorkommen, dass bei einer plötzlichen Wetterverschlechterung weder Bodø noch irgendein anderer Flugplatz wie Andoya, Banak, Bardufoss oder Orland anfliegbar war und die Maschinen daher bis nach Oslo/Gardermoen ausweichen mussten – 1.150 km entfernt!

© Erich Westersötebier 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Aufgrund der rasanten Beschleunigungswerte der F-104 waren die sowjetischen Bomberbesatzungen nicht nur einmal überrascht, wie wenig Zeit vom Alarm der Maschine in Bodø bis zum Abfang-Zeitpunkt verging. Bei einer Steigzeit von nur viereinhalb Minuten vom Startpunkt bis auf 18 km Höhe und einer Beschleunigung auf Mach 1,9 war dies freilich kein Wunder. Zum Ende der siebziger Jahre nahmen die Aktivitäten der Sowjets zu, im Jahr 1979 musste die Alarmrotte 150 mal aufsteigen, im nächsten Jahr gar 200 mal! Die Hauptlast trug dabei die 331Skvadron, da sie als Hauptaufgabe die Luftverteidigung hatte.

630 RF-104G 331Skv

© International F-104 Society 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Auf der nordnorwegischen Basis Bodö war die Alarmrotte in ständiger 15-Minuten-Bereitschaft, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über. Zwei zusätzliche F-104G standen in 1-Stunden-Bereitschaft und konnten nach dem Start der Rotte automatisch in die 15-Minuten-Bereitschaft hochgestuft werden.

TF-104G Starfighter

© Axel Saal 263 TF-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Besonders die beiden ersten und damals einzigen norwegischen TF-104G erfreuten sich nach der Einführung in Bödö sehr großer Beliebtheit. Seinerzeit gab es in Norwegen wie in anderen NATO-Ländern noch keine größeren Beschränkungen in Bezug auf das Mitfliegen von Privatpersonen in Kampfjets und so konnten sich die Starfighter-Piloten vor neuen „Freunden“ kaum retten. Kurze Zeit später kam es dann aber zu umfangreichen Einschränkungen bei der Nutzung der beiden wertvollen Trainer - die Pilotenschulung hatte fortan absoluten Vorrang! Während des Staffelaustausches in Gütersloh konnten aber sicherlich mehrere Lightning-Piloten eine Mitfluggelegenheit ergattern.

© Erich Westersötebier 263 TF-104G und 240, 629 und 630 F-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) Vermutlich nur ein einziges Mal konnte man eine derartige Flightline in Gütersloh beobachten. Alle vier Norweger, Gäste der 19Sqn mit ihren Lightnings, stehen bei bester Sonne in einer Reihe. Der Pilot der "240" checkt soeben die Maschine. Die Staffelstärke der 331Skvadron lag im Jahr 1974 nur noch bei 16 F-104G (davon waren 13 als RF-104G ausgeliefert worden) und einer TF-104G. Im Juni 1975 kam Verstärkung in Form von zwei Trainern, die von der deutschen Luftwaffe übergeben wurden.

Archiv H. Franke 263 TF-104G 331Skv, Gütersloh (September 1975) In ihrem natürlichen Natural Metal Finish landet diese norwegische TF-104G der 331Skvadron während des Sqn Ex in Gütersloh. Da anfangs noch keine Zweisitzer zur Verfügung standen, erfolgte die Umschulung der Piloten der 331Skv auf den einsitzigen Maschinen. Die beiden ersten TF-104G (263 und 264) erreichten Norwegen erst Anfang September 1963 per Lufttransport und waren bereits am 6. September einsatzbereit, um sofort in das Training integriert zu werden.

Archiv H. Franke 263 TF-104G 331Skv, Gütersloh (Juni 1976) Die Staffelstärke der 331Skv lag bis Mitte 1975 bei 16 F-104G und einem TF-104G. Danach kamen zwei Trainer des deutschen Kommandos in Luke/Arizona hinzu. Man beachte den typischen blauen Blitz der Staffel auf dem Tip-Tank.

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